Die Westfälischen Totleger und ihr Sonderverein

Der Name unserer Rasse ist schon etwas außergewöhnlich. Er sagt aber einiges über die Herkunft der Rasse aus.
Im Ravensburger Land, im Herzen Westfalens, hat sich dieser Landhuhnschlag vor ca. 200 Jahren aus der Familie der so genannten Sprenkelhühner entwickelt. Mit Beginn der gezielten Rassegeflügelzucht wurde dann durch gezielte Zuchtauswahl und Selektion Typ und Farbbild gefestigt.

Der Name unserer Rasse ist durch den Volksmund geprägt worden: „Alltagsleger bis zum Tode“. Natürlich birgt der Name eine gewisse Übertreibung, aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählten die Westfälischen Totleger zu einer der leistungsstärksten Rassen.

Die Totleger wurden meistens von Tagelöhnern und kleinen Köttern gehalten, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation den Tieren nicht viel bieten konnten. Durch diesen Umstand entwickelten sich die Hühner zu einer robusten, lebhaften, dem rauen Klima des Teutoburger Waldes angepassten, Rasse. Da die Tiere von früh bis spät auf der Futtersuche waren, entwickelten sie sich mehr oder weniger zu Selbstversorgern. Durch die gnadenlose Auslese der Natur wurde die Robustheit und Vitalität erhalten.
Damit in den kalten Wintern den Hühnern die Kopfpunkte nicht erfroren, wurde der Rasse ein Rosenkamm angezüchtet.
Bis heute haben die Westfälischen Totleger diesen vitalen beweglichen Landhuhntyp in normaler Größe behalten.

Unsere Rasse gibt es in den Farbschlägen Gold und Silber, wobei diese beiden Farben die Grundfarben sind, worüber bei beiden Farben die schwarze Zeichnung liegt.

Um Freude an den Westfälischen Totlegern zu haben, muss man ihnen artgerechte Bedingungen bieten, hierzu gehören genügend große Ausläufe. Für eine Volierenhaltung sind die Totleger keinesfalls geeignet.
Ansonsten sind die Hühner recht problemlos, frohwüchsig und robust.

Ein Niedergang unserer schönen Rasse setzte in der 2. Hälfte des
19. Jahrhunderts ein. Durch den Import anderer leistungsstarker Rassen verloren die Westfälischen Totleger an Attraktivität.
Durch diese Entwicklung wurden die bodenständigen, heimischen Rassen an den Rand gedrängt, und waren teilweise vom Aussterben bedroht.
1895 gründete sich eine Vereinigung von Züchtern deutscher Landhuhnrassen, die den Namen „Germania“ trug. Aus dieser Vereinigung entwickelte sich 1904 der Sonderverein Westfälischer Totleger.
Während des 1. Weltkrieges kam die Vereinsarbeit zum Erliegen. 1920 nahm der Sonderverein seine Arbeit wieder auf. Auch die Wirren des 2. Weltkrieges
hat der Verein überstanden. Heute zählt der Sonderverein ca. 50 Mitglieder
und gibt sich große Mühe die Westfälischen Totleger zu fördern und zu verbreiten.
Große Verdienste um die Rasse hat sich der leider im letzten Jahr verstorbene
langjährige 1. Vorsitzende Willi Dercks erworben. Er verstand es immer wieder
Leute für die Totleger zu begeistern, und auch Anfänger mit ordentlichen Tieren
zu versorgen.
Heute wird unser Verein durch unseren langjährigen Zuchtwart und jetzigen
1. Vorsitzenden Gerhard Thiemeyer geführt.
Für die Zukunft der Westfälischen Totleger wünschen wir uns aktive Züchter, die den Fortbestand der Rasse sichern.